HomeDer ParkPeter DeickeTausendsassa mit Gespür für Pferde und Menschen

Tausendsassa mit Gespür für Pferde und Menschen

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Peter Deicke wurde 1930 in Magdeburg geboren und lebt seit 1940 Hildesheim. Als geborenes Stadtkind hatte er von Haus aus keinen Kontakt zu Tieren. Er liebte es aber auf dem Rittergut seines Onkels zu sein und fuhr in den Ferien immer dort hin.

Alle Arten von Tieren faszinierten denkleinen Peter und jeden Morgen war er im Pferdestall und fuhr mit aufs Feld. Seine erste reiterliche Ausbildung machte er von 1943 bis 1945 bei der Reiter-Hitlerjugend. Dort wurde er täglich von normalen Kavallerieausbildern gedrillt, die wegen Verletzungen oder ähnlichem nicht mehr einsatzfähig für den Krieg waren.

„Wir hatten zum Teil gute aber auch katastrophale Ausbilder. So hatte sie uns verkehrt herum aufs Pferd gesetzt und über ein Hindernis gejagt. Natürlich konnte sich keiner halten und manche brachen sich die Knoche – was diese Ausbilder nicht im Geringsten störte. Es gab aber auch fantastische Ausbilder, so den Rittmeister Brandl, der hat nach dem Krieg auch gelehrt und auch Reitbücher geschrieben. Die Ausbildung war sehr vielseitig, wir sind sehr viel gesprungen und durchs Gelände geritten. Die Pferde waren Beutepferde oder solche, die für den Kriegseinsatz untauglich waren – darunter waren auch Beißer und Schläger – ein Pferd hatte zwei Jungen totgeschlagen – erst nach dem zweiten Vorfall wurde es geschlachtet! Ein anderes Pferd hatte die Angewohnheit, den Reiter an die Wand zu quetschen, da musste man immer etwas Scharfe sin der Hand haben, um da lebend wieder raus zu kommen – das waren zum Teil grausige Pferde, auf denen ich reiten gelernt habe."

Nach dem Krieg hatte Peter Deicke kein Geld zum Reiten. 1949/50 ritt er kurze Zeit zum Training Rennpferde auf der berühmten Hannoveraner Rennbahn „Auf der Bult". Beruflich ging er einen ganz anderen Weg: 1945 ging er bei einem Gärtner in die Lehre bis der Schulbetrieb wieder aufgenommen wurde. Nach der Schule machte er eine Imkerlehre und ein Praktikum in einer Tischlerei. 1949 ließ er sich zum Tanzlehrer ausbilden. Ab 1951 unterrichtete er als selbständiger Tanzlehrer und gründete seine eigene Tanzschule. 1958 hatte Deicke damit begonnen zu tauchen. Er begann, Exponate für Museen zu sammeln und Tiere, vor allem Reptilien, für zoologische Gärten zu fangen. Im Sommer machte seine Tanzschule jeweils für zwei Monate Pause und in dieser Zeit bereiste er die ganze Welt. Peter Deicke hätte seine Abenteuerlust mehrfach beinahe mit dem Leben bezahlt, so geriet er unbeabsichtigt in Bürgerkriegsregionen, wo er einmal ein Messer im Bauch hatte und er wurde von Tieren verletzt.

Peter Deicke ist ein wahres Multitalent, er verfasste Reiseberichte für Illustrierte, schrieb ein Lehrbuch über Tauchen und eines über Tanzen. Er gab Fecht- und Judounterricht und gründete und trainierte zwölf Jahre lang den Hildesheimer Judoclub (seine Schüler waren erfolgreich bis zu Deutschen- und Europameisterschaft). Seit 35 Jahren hält er Kontakt zum Zoo Hannover. !966 schaffte ers ich sein erstes Pferd an. Daraus wurde bald ein Haustierzoo mit Kühen und Schweinen. In Heilgenhafen betrieb Peter Deicke zwölf Jahre lang eine Ponyranch. „Ein richtiges Kinderparadies!", so Deicke.

1986 kratzte er sein gesamtes Erspartes zusammen und kaufte in Sottrum den pleite gegangenen Eulenspiegelpark auf. Es war ein großes Wagnis und Deicke ging bis an die Grenze seiner Leistungsfähigkeit – er füllte zwei Berufe gleichzeitig voll aus, den des Tanzlehrers und den des Parkgründers. Mit viel Eigenleistung und Durchhaltewillen baute er den ausgeschlachteten Park zum Familienpark mit der ganz besonderen Note aus und verwirklichte damit einen Jugendtraum – er wurde Bauer, Museumsdirektor und Clown. Mit seinen Tieren und Pferden tritt er unter anderem auch auf Pferdeschauen und Messen auf, so zum Beispiel die „Pferd & Jagd" und auf der „Equitana". Nebenbei macht Peter Deicke Tierdressuren für das Fernsehen und arbeite dabei von der Maus bis zum Kamel mit den unterschiedlichsten Tieren.

Seine Laufbahn als Pferdetrainer ergab sich, wie so vieles im Leben von Peter Deicke, eher zufällig und in der zweiten Lebenshälfte. Auf der Messe „Pferd & Jagd" sah er eines Tages Claus Penquitt, dessen Reitweise ihn faszinierte. Penquitt ritt hier eine Kür und nachdem er fertig war, nahm er das Zaumzeug ab und ritt die ganze Aufgabe noch einmal, Galoppwechsel, Volten und vieles mehr. Das wollte Peter Deicke auch lernen. So lies er sich von Penquitt schulen. Weitere Reitlehrer waren der bekannte Westernreiter Jean-Claude Dysli, Rolf Becher, bei dem Deicke das Springen nach dessen Chiron-Methode gelernt hat. Für kurze Zeit ritt er auch bei Richard Hinrichs und Philippe Karl sowie bei dem spanischen Rittmeister Raphael Duardo. Zirkuslektionen lernte Deicke bei Alfred Schauberger, der als erster Zirkuslektionen öffentlich gelehrt hat, und bei der bekannten Buchautorin Eva Wiemers. Weitere Lehrer von Deicke waren Peter Pfister und Alfonso Aguilar.

Über Horst Becker, wo Peter Deicke Dressurunterricht nahm, kam Deicke zufällig dazu, seinen ersten Lehrgang über Zirkuslektionen abzuhalten. Er sprang für Bea Borelle ein, die einen Bandscheibenvorfall hatte. Der Kurs kam so gut an, dass er es fortan regelmäßig machte. Im Sommer ist er heute fast jedes Wochenende unterwegs. Ich mache keine Werbung und betrachte die Kurse als Hobby, es ist wunderbar zu sehen, was Mensch und Pferd in drei Tagen erreichen können!"

Im Mai 2008 fand zum zweiten Male ein Lehrgang auf der privaten Anlage von Hilka de Groot und Rüdiger Böhlhoff in Hesel statt. Zunächst erläuterte Peter Deicke seine Grundprinzipien. Als Einstiegsübung zeigte Deicke das richtige Belohnungsfüttern aus einer dominanten Chef-Position: man steht mit Futter in der Hand neben dem Pferd und hält die Hand nahe am Körper – das ist die Privatzone des Menschen. Das Pferd darf nun innerhalb dieser Privatzone nicht an das Futter, diese Zone wird strikt gegen das Pferd verteidigt. Wenn das Pferd gelernt hat, diese Zone zu respektieren, dann wird die Hand ausgestreckt und das Pferd wird außerhalb dieser Zone gefüttert. Dabei wird darauf geachtet, dass nur wenig Futter aufgenommen wird. Die meisten Pferde verstehen diese Übung blitzschnell.

Nach dem gleichen Prinzip – Futter wenn richtig gemacht! Kein Futter wenn falsch gemacht! – erarbeitet Peter Deicke mit den verschiedenen Pferden zunächst einfache Übungen wie gehorsames Stehen, bei Fuß gehen ohne Strick, auf Kommando rückwärtsgehen oder etwa Fortschicken zu einer anderen Person. Das Pferd darf sich dabei die Belohnung nie selber fordern, sondern muss geduldig abwarten, bis „sein Chef" die Belohnung zulässt – nur so ist Füttern als Erziehungsmittel sinnvoll. Zu den Fortgeschrittenen Lektionen gehörten das Kompliment (= Hinknien), das bei schon geübten Pferden (und nur bei diesen) bis zum Hinlegen gesteigert werden kann, spanischer Schritt, Wippen Tuch aufheben, Glocke klingeln, Kiste öffnen, Teppich ausrollen, aufs Podest steigen, Seil springen mit Reiter sowie Freiheitsdressur im Longierzirkel und steigen lassen. Die Teilnehmer konnten sich ihre Schwerpunkte selber auswählen.

Sehr wichtig war, dass die Übungen in kleinste Schritte zerlegt wurden und nach dem kleinsten Fortschritt gelobt wurde. Auch durften die Pferde bei ein und derselben Übung nicht überfordert werden! „Wir Menschen neigen dazu, zu viel Ehrgeiz an den Tag zu legen, dabei ist weniger meist mehr!"

Wie bereits beim ersten Kurs im letzen Jahr, waren die Teilnehmer auch diesmal begeistert von der ruhigen und überlegenen Art, mit der Peter Deicke auf jeden Teilnehmer einging. In einer sehr entspannten Atmosphäre machten alle Pferde beeindruckende Fortschritte. Der nächste Kurs ist bereits geplant.

Dr. Gero Büsselmann, in: Der Oldenburger Reitplatz, Juni 2008

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Kinderparadies

„Wenn das kein Paradies für Kinder ist“, schreibt der Führer für Freizeitparks im Norden, „dann gibt es auch kein anderes auf dieser Welt.“

Einfachheit

Der Erfolg des Familienparks Sottrum liegt in seiner fantasievollen Einfachheit. Im Gegensatz zu vielen anderen Freizeitparks findet der Besucher keine Vergnügungsmaschinen, sondern viel Raum zum individuellen Entdecken und selber Ausprobieren.

Je fester der Standpunkt, umso eingeschränkter der Horizont!

Termine

● Di, 27. Juni 2017
   Russischer Kinderzirkus
   (täglich außer montags     vom 24.06. bis 04.08.)
● So, 30. Juli 2017
   Kapitänspatent
● So, 06. August 2017
   Hören - Riechen - Schmecken: Drei Sinne zum Genießen
● So, 20. August 2017
   Kinderzirkus Sottrum
● So, 24. September 2017
   Pilzen unter den Hut geschaut
"Ich glaube, es gibt nicht viel in meiner Kindheit, an das ich mich so gern zurückerinnere, wie an die Besuche in diesem Park" - Polly
"Ein unvergesslicher Tag mit unseren beiden Enkelkindern" - Willi Müller
"Ich freue mich auf´s nächste Mal" - Hannah

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