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Zwei kleine Rüssel schnüffeln um die Wette

Schweine spielten im Leben des Sottrumers Deicke schon immer eine große Rolle. Sein wohl berühmtester Zögling war Luise, das Drogenwildschwein, das arbeitete sogar im Polizeidienst. Den Anfang aber machte 1979 Hendrike, die vom Löffel fraß und wie ein Hund folgte. Dann war da noch Bettina, eine Hängebauchschweindame, die das Wetter vorher sagen konnte (kam Regen, schlief sie im Haus). Grunzi, ein Wildschwein, avancierte zum Filmstar, glänzte neben Thomas Fritsch und Hans Clarin im Film „Fest im Sattel", Susi und Mona lernten „Suchschweine" zu sein. In diese Riege prominenter Rüssel reiht sich nun auch die blonde Hängebauchschweindame Camilla ein.

Doch wie bringt man ein Schwein dazu, sich auf die Suche zu machen? „Schweine lernen genauso schnell wie Hunde. Und wie Menschen. Wir lernen alle gleich", sagt Deicke. Seit Jahrzehnten beschäftigt sich der heute 79-Jährige schon mit der Ausbildung von Tieren. „Ich arbeite ausschließlich mit positiver Verstärkung. Das habe ich in meiner Tanzschule gelernt", erzählt Deicke.

Bevor seine Tochter die Schule übernahm, lehrte er Walzer, Foxtrott und Disco-Fox. Vor allem die Männer hätten nach dem ersten Kursus oft die Nase voll. Doch Deicke setzte seine Positiv-Taktik bei den Männern ein und siehe da: Sie waren es, die den nächsten Aufbau-Kursus buchten. Es lerne sich eben ganz leicht, wenn der Lehrer den Schüler positiv bestärke. Und da Deicke diese Kunst versteht, gibt er mittlerweile Seminare, unterrichtet Manager, Ärzte ebenso wie Zirkusdompteure oder Pferde-Trainer in der Kunst der Kommunikation.

Auch bei Klein-Camilla zeigt das Loben Wirkung. Trainingsmaterial ist ein mit Duftstoff präparierter Holzstab. Den verbuddelt Deicke und fordert: „Such Camilla, such." Den feuchten Rüssel zum Boden gesenkt, macht sie sich auf den Weg, schnüffelt, was das Zeug hält und befördert den Stab mit ihrem Rüssel wieder ans Tageslicht. „Danke, das hast du fein gemacht", lobt der Ausbilder, streichelt über ihre Borsten und hält ihr ein Stück frische Waffel hin. Camilla schmatzt genüsslich. Deicke gönnt sich ebenfalls ein Stückchen.

Camilla ist so gut in ihrem Job, dass sie bereits auf dem Flughafen Hannover Gepäck nach Drogen abschnüffelte – erfolgreich, versteht sich. Doch damit war nach ein paar Mal Schluss: „Die Oberzolldirektion Potsdam hat weitere Einsätze verboten", ärgert sich Deicke. Seiner Meinung nach fürchteten die Zöllner wohl, dass sein Schwein besser sei, als deren Spürhunde.

Aber so eine Absage entmutigt weder Deicke noch seine Camilla. Sie üben unverdrossen weiter. Mittlerweile sogar schon zu dritt. Denn Deicke bekam unverhofft Nachwuchs. Wie so oft ist er Ansprechpartner, wenn jemand mit einem Tier nicht klar kommt. Ein Fernseh-Team brachte ihm vor 14 Tagen Rudi Rüpel. Einen acht Wochen alten Wildschwein- Frischling. Die Leute vom Fernsehen konnten den rauhaarigen Vierbeiner nicht bändigen, er war ihnen zu bissig.

In Sottrum ist Rudi ganz lieb. Vielleicht liegt es daran, dass er eine Freundin gefunden hat: Camilla. Er und die blonde Schönheit mit den blauen Augen sind unzertrennlich. Schlafen in einem Stall, schmatzen gemeinsam das Futter und arbeiten zusammen. „Ich habe mit Rudi gar nicht trainiert, er hat sich alles abgeschaut", berichtet Deicke und versteckt den mit Pfefferminzduft präparierten Stab.

„Ruuuudi, hiiiier!", ruft Deicke und schon kommt etwas braun-gestreiftes aus dem Gebüsch, legt die Ohren an und rennt auf sein neues Herrchen zu. „Er hört besser als ein Hund", sagt Deicke stolz. Und ehe er sich versieht, hat Rudi den Stab aufgestöbert. Natürlich bekommt der kleine Eber ein dickes Lob und ein großes Stück Waffel. „Rudi ist intelligenter, weil er ein Wildtier ist", erklärt der Sottrumer. Wildtiere müssen schlauer sein, um in der Natur zu überleben.

Die Arbeit mit Tieren gleiche der mit Menschen, erklärt Deicke. Seiner Meinung nach gibt es nur zwei Motive, etwas zu machen: „Die Hoffnung auf Belohnung oder die Sorge vor einem Nachteil. Später kommt noch Gewöhnung dazu." Welches die Motive auch sein mögen, Deicke trainiert mit viel Freude und hat zudem Erfolg. Gern arbeitet er mit Tieren zusammen, aber noch lieber mit Menschen, genauer gesagt mit Kindern. Und die freuen sich natürlich, wenn sie das putzige Schweine-Duo sehen, das Deicke auf dem Fuß folgt. Noch haben Mädchen und Jungen keine Angst vor dem putzigen Frischling. In fünf Jahren, wenn Rudi ausgewachsen ist, könnte das schon anders aussehen. Im Herzen aber wird Rudi sicher das kleine Suchferkel bleiben, dass Deicke und Camilla auf Schritt und Tritt folgt. Damit wird die schweinische Ahnengalerie Deickes um zwei herausragende Persönlichkeiten erweitert.

Übrigens: Deicke konnte den Männern vom Landeskriminalamt sein Anliegen doch noch erklären. Wenig später besuchten sie ihn in Sottrum. Brachten Drogen und Sprengstoff mit. Kollegen werden die Beamten und die beiden Ferkel, wie einst Luise, wohl nicht. Deshalb gehen sie wie Grunzi zum Film. Das Rüssel-Duo spielt die Hauptrolle in einem Film für den Kinderkanal von ARD und ZDF.

aus: Hildesheimer Allgemeine Zeitung vom 24.07.2010

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